Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust und der Verhütung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit – 27. Januar

International Holocaust Remembrance Day

Dieser Tag wurde im Jahr 2005 von den Vereinten Nationen zum Gedenken an den Holocaust und den 60. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau eingeführt.

Dazu schreibt Heribert Prantl in der Süddeutschen Zeitung vom 26./27. Januar 2019:

„Der ‚Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus‘ erinnert an die Befreiung des KZ Auschwitz am 27. Januar 1945. Er erinnert daran, dass der Weg zum Grundgesetz durch die Hölle der Konzentrationslager führt; am Wegrand liegen Millionen erschlagene, erschossene, vergaste, zerprügelte, gefolterte und zermarterte Menschen. Dieser Tag erinnert an die Ausrottung der Menschlichkeit, daran, wie aus der Humanität Nationalität und aus der Nationalität Bestialität wurde – und er macht, hoffentlich, unruhig, weil der Nationalismus sich schon wieder so furchtbar aufbläht.“

Timo Soini, Vorsitzender des Ministerkomitees des Europarates und finnischer Außenminister, sagte in einer Erklärung:
„Das Gedenken an die Opfer des Holocausts dient dazu, die Lehren aus diesen tragischen Ereignissen im Bewusstsein der jüngeren Generationen zu verankern und zu gewährleisten, dass wir alle wachsam bleiben und dazu beitragen, Formen von Intoleranz und Aufstachelung zu Hass zu verhindern, da sie zu Völkermord führen können“,
und er fügte hinzu:
„Der Gedenktag soll uns ein Anlass dafür sein, die Opfer und Überlebenden des Holocausts zu ehren, uns aber auch daran erinnern, dass der Mensch im Namen einer Ideologie zu den edelsten wie zu den schlimmsten Taten fähig ist“. Er unterstrich, dass uns dieser Gedenktag dazu verpflichtet, unsere Bemühungen zum Erhalt einer auf den gemeinsamen Werten des Europarates – den Werten der Demokratie und der Rechtsstaatlichkeit – gegründeten Gesellschaft in Europa und auf der ganzen Welt unermüdlich fortzusetzen.

Im Pfalztheater Kaiserslautern hatte am Vorabend des Gedenktages die Oper „Der Kaiser von Atlantis oder Die Tod-Verweigerung“ von Viktor Ullmann auf der Werkstattbühne Premiere. Es war eine berührende Vorstellung auf künstlerisch hohem Niveau, die die Mitglieder des Pfalztheater Opernstudios darboten und die einen nachdenklich zurückließ. Weitere Vorstellungen wird es am 02.02, 06.02, 22.02., und 06.03.2019 jeweils um 20:00 Uhr und Einführung um 19:30 Uhr geben.

Das städteübergreifende Projekt steht unter der Schirmherrschaft von Konstantin Wecker. Das Pfalztheater schreibt dazu in seiner Programmankündigung: „Viktor Ullmann schrieb den „Kaiser von Atlantis“ im nördlich von Prag gelegenen KZ Theresienstadt, von wo aus er am 16. Oktober 1944 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet wurde. Mit seiner Oper schuf Ullmann – ein Schüler von Arnold Schönberg, einem der wichtigsten Komponisten des frühen 20. Jahrhunderts – ein Kunstwerk, dem die Umstände seiner Entstehung in beklemmend wörtlichem Sinne eingeschrieben sind – dienten doch die Rückseiten von Deportationslisten als Notenpapier. Entstanden ist ein Parabelstück, das auch über die Zeitumstände hinweg eine Utopie auf eine Rehumanisierung der Welt formuliert.“
Der Text ist von Peter Kien – ebenfalls Häftling im Ghetto Theresienstadt. Kien gehörte zur deutschsprachigen jüdisch-tschechischen Bevölkerungsgruppe. Er studierte an der Akademie der Künste in Prag, bis er als Jude vom Studium ausgeschlossen wurde. Am 16. Oktober 1944 wurde er mit seiner Ehefrau und seinen Eltern nach Auschwitz deportiert. Kurz nach seiner Ankunft starb er dort im Alter von 25 Jahren an einer schweren Infektion.

29. Januar 2019